Eine der häufigsten Fragen, die Investoren bei der Auswahl von Fenstern stellen, ist die nach der Sinnhaftigkeit eines Aufpreises für Dreifachverglasungen. Ist die dritte Scheibe Marktstandard oder unnötiger Luxus? Wann macht sich die Investition in „wärmere” Fenster tatsächlich bezahlt?
Zwei oder drei Scheiben? Veränderung des Marktstandards
Noch vor einem Jahrzehnt waren Doppelverglasungen der absolute Standard im Wohnungsbau. Dreifachverglasungen galten als Lösung für Passivhäuser und Öko-Enthusiasten. Mit der Einführung neuer Normen hat sich die Situation jedoch grundlegend geändert. Damit ein Gebäude die Energiestandards erfüllt, darf der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) für Fassadenfenster derzeit 0,9 W/(m²K) nicht überschreiten.
Mit einem Standard-Zweifachglaspaket ist es praktisch unmöglich, diesen Wert zu erreichen. Daher stellt sich bei Neubauten die Frage „zwei oder drei Scheiben” im Grunde genommen nicht mehr – drei Scheiben sind zu einer technologischen Notwendigkeit geworden. Die Frage der Rentabilität bleibt jedoch offen, wenn es um die Renovierung älterer Gebäude und die Auswahl bestimmter Fenstermodelle mit erhöhten Parametern geht.
Dreifachverglasungen – sind sie die Rettung vor „entweichender” Wärme?
Um zu verstehen, wann sich die Investition amortisiert, müssen wir das Fenster als „Loch” in der Wand betrachten, durch das Wärme entweicht. Je niedriger der Koeffizient, desto langsamer ist dieser Wärmeverlust.
- Eine Zweifachverglasung bietet in der Regel einen Wärmedurchgangskoeffizienten von ca. 1,0–1,1 W/(m²K). Das gesamte Fenster erreicht dann einen Wert von etwa 1,2–1,3 W/(m²K).
- Ein Dreifachglaspaket liegt bereits bei 0,5–0,6 W/(m²K). Ein hochwertiges Fenster mit einem solchen Paket erreicht mühelos den geforderten Wert von 0,9 W/(m²K), und in den energiesparenden Systemen von DAKO sogar weniger als 0,8 W/(m²K).
Der Unterschied in der Wärmedämmung der Scheibe selbst ist also fast doppelt so groß. In der Praxis bedeutet dies, dass durch ein Dreifachglasfenster fast halb so viel Wärmeenergie entweicht wie durch sein Zweifachglas-Pendant. Bei den großen Glasflächen in modernen Hausentwürfen bedeutet dies eine konkrete Einsparung an Kilowattstunden Energie, die Ihr Heizkessel oder Ihre Wärmepumpe nicht produzieren muss.
Wann amortisiert sich die Investition am schnellsten?
Nicht in jedem Fall bringt der Austausch der Fenster gegen die wärmsten Modelle auf dem Markt jedoch in kurzer Zeit spektakuläre finanzielle Ergebnisse. Die Rentabilität hängt von mehreren Faktoren ab:
- Art der Heizung – dies ist ein entscheidender Aspekt. Wenn Sie Ihr Haus mit einer Wärmepumpe, Gas oder Strom heizen, hat jede eingesparte Kilowattstunde einen messbaren Wert für Ihren Geldbeutel. In einem solchen Szenario amortisiert sich der Aufpreis für ein Dreifachverglasungspaket relativ schnell, oft innerhalb weniger Jahre, und generiert anschließend einen reinen Gewinn.
- Umfassende thermische Sanierung – der Einbau von Fenstern mit Passivhaus-Parametern in einem alten, ungedämmten Gebäude mit einem „undichten” Dach ist sinnlos. Die Wärme, die die Fenster zurückhalten, entweicht durch die Wände. Die Investition in Dreifachverglasung ist wirtschaftlich am sinnvollsten, wenn sie mit einer Dämmung der Fassade einhergeht. Dann schaffen wir eine dichte thermische Hülle, und die Fenster werden zu einem zusammenhängenden Element des energieeffizienten Puzzles.
- Verglasungsfläche – der Trend zu großen HS-Verglasungen in Wohnzimmern führt dazu, dass Glas einen großen Teil der Fassadenfläche ausmacht. In diesem Fall würde die Verwendung von Doppelverglasung eine riesige Wärmebrücke schaffen. Bei großen Fensterabmessungen sind Dreifachverglasungen daher zweifellos die einzig sinnvolle wirtschaftliche Wahl.
„Wärmere Fenster” sind ein Komfort, den man nicht in Geld umrechnen kann
Bei der Analyse der Kapitalrendite konzentrieren wir uns oft nur auf Tabellen und Rechnungen. Dabei vergessen wir jedoch etwas, das schwer zu bewerten ist, das wir aber jeden Tag spüren – den Wohnkomfort.
Dreifachverglaste Fenster beseitigen den sogenannten Kaltglas-Effekt. An kalten Tagen spüren wir oft eine unangenehme Kälte, die vom Glas ausgeht, wenn wir in der Nähe eines doppelt verglasten Fensters sitzen, selbst wenn das Fenster dicht ist. Die Physik ist unerbittlich – die innere Glasscheibe eines Doppelglaspakets ist deutlich kälter als die eines Dreifachglaspakets. Wenn Sie sich also für „wärmere” Fenster entscheiden, können Sie den Wohnraum direkt am Fenster ohne thermische Unannehmlichkeiten voll ausnutzen.
Ein zusätzlicher Bonus ist die Akustik. Obwohl die Anzahl der Scheiben nicht der einzige Faktor für die Schalldämmung ist, dämpfen Dreifachverglasungen aufgrund ihrer Konstruktion, Dicke und unterschiedlichen Abstände zwischen den Glasscheiben in der Regel Außengeräusche besser als Standard-Doppelverglasungen.
Lohnt es sich also, mehr zu bezahlen?
Die Antwort lautet: auf jeden Fall. Im Hinblick auf die langjährige Nutzung des Hauses gleicht sich der Preisunterschied zwischen einer Zweifach- und einer Dreifachverglasung durch die Einsparungen bei den Heizkosten aus.
Denken Sie außerdem daran, dass Fenster eine Investition für viele Jahre sind. Bei der Anschaffung an Ihren Eigenschaften zu sparen, ist daher nur ein scheinbarer Vorteil, der sich schon nach den ersten Wintern schnell rächen wird. Wenn Sie also vor der Entscheidung stehen, welche Fenster Sie wählen sollen, wenden Sie sich an Fachleute aus der Branche, die Ihnen bei der Auswahl der Fensterparameter helfen, damit diese optimal auf die Besonderheiten des Gebäudes und Ihr Budget abgestimmt sind und eine schnelle Amortisation der Investition gewährleisten.







